Technik der Makrofotografie

Als Nah- oder Makrofotografie wird der Bereich der Fotografie bezeichnet, bei dem Objekte bis zu einem Abbildungsmaßstab von ca. 1 : 1 fotografisch abgebildet werden. Um Abbildungsmaßstäbe im Bereich von 1 : 2 oder größer zu erzielen, muss ein Makroobjektiv, Nahlinsen, ein Balgengerät, Zwischenringe bzw. ein Objektiv in Retrostellung (= umgekehrt montiert) eingesetzt werden.

Nahlinsen

Makroaufnahme einer Blüte
Makroaufnahme einer Blüte

Nahlinsen sind Objektivvorsätze, die in das Filtergewinde eines Wechselobjektivs eingeschraubt werden können. Die Stärke einer Nahlinse wird in Dioptrien angegeben. Im direkten Vergleich zu Makroobjektiven ist die optische Qualität und der Benutzungskomfort i. d. R. geringer.

Makroobjektive

Spezielle Objektive, die so genannten Makroobjektive, können mit einem besonders geringen Objektabstand eingesetzt werden und ermöglichen es dadurch, einen besonders großen Abbildungsmaßstab wie beispielsweise 1:2 oder 1:1 zu erzielen. Ab einem Abbildungsmaßstab von etwa 1:4 wird ein Objektiv als makrofähig bezeichnet. Normale Objektive erzielen maximale Abbildungsmaßstäbe im Bereich von 1:7 bis 1:9.

Auszugsverlängerung

Objektive in Retrostellung erlauben - ebenso wie Nahlinsen - Makrofotografie ohne aufwändige technische Ausrüstung. Benötigt wird ein Adapter, mit dem sich ein Wechselobjektiv verkehrt herum an den Objektivanschluss einer Spiegelreflexkamera ansetzen lässt.

Der Adapter wird auf der einen Seite in das Filtergewinde des Objektivs geschraubt und passt an der anderen Seite ins Bajonett oder den Schraubanschluss der Kamera. Möglich sind dann - je nach Objektiv - Abbildungen um den Maßstab 1:1 und Vergrößerungen. Auch die Kombination mit Zwischenringen und Balgengeräten für besonders starke Vergrößerungen sowie die Kopf-an-Kopf-Stellung zweier Objektive sind möglich.

Die Abbildungsqualität liegt bei einem Einzelobjektiv in Retrostellung oft höher als bei einem Objektiv, das in Normalstellung mit Zwischenringen oder Balgengerät verwendet wird, ist aber von der Konstruktion des Objektivs abhängig. Von Vorteil ist, dass mit einem Objektiv in Retrostellung ein recht großer Abstand zwischen Motiv und Kamera eingehalten werden kann. Nachteilig ist der Verlust aller Automatikfunktionen der Kamera, sofern kein Spezialadapter zur Verfügung steht: Blendenstellung und Springblende müssen von Hand bedient werden, fokussiert wird durch Vor- und Rückbewegung der Kamera. Außerdem liegt die empfindliche Objektivrückseite frei.